27. November 2001
Ueber das Wochenende ist es bei uns nun richtig Winter geworden. Wir haben den ersten grossen 'dump' Schnee erhalten, ca. 25 cm und es ist auch recht kalt seit Samstag. Heute Morgen war es -20° und tagsueber wird es nicht waermer
als - 10°. Am Sonntag waren wir das erste Mal mit dem Schlitten unterwegs und heute geht es wieder auf eine Schlittentour. Am Sonntag fand noch das Finalspiel der Kanadischen Football Liga statt, zwischen Calgary und Winnipeg, Die Calgary Stampeders waren die klaren Aussenseiter, aber sie haben den Final gewonnen !!! Sehr zum Unmut unseres Freundes Ken, der, in Winnipeg aufgewachsen, natuerlich lieber seine Mannschaft als Sieger gesehen haette.
Vorletzten Samstag in der Nacht auf den Sonntag durchquerte die Erde ein Meteo-ritenfeld und in der Zeitung wurde ein Sternschnuppen-Spektakel vorausgesagt. Also sind wir um Zwei Uhr aufgestanden und haben bei klarem Himmel wirklich unzaehlige Sternschnuppen bestaunen koennen.

Einige Bilder von heute Morgen
Mehr neue Photos hat es in der Photogallerie

 

16. November 2001
Schon wieder mehr als ein Monat seit dem letzten Update! Die Zeit laeuft wie verrrueckt. Der Winter laesst auf sich warten hier in Alberta, es ist meistens recht warm, viel waermer als es sein sollte um diese Jahreszeit. Wir haben zwar schon zwei bis dreimal etwas Schnee gekriegt, geblieben ist er aber jeweils nich allzu lange. Und die langfristige Wetterprognose verspricht weiterhin zu warmes und trockenes Wetter.
Wir sind wie immer ziemlich "busy", waren am Ian Tyson Konzert - es war natuerlich spitze, das ehemalige Intervisual Design Team hat sich zu einem BBQ getroffen, die Chamber of Commerce hatte das jaehrliche Meeting / Gala Dinner, und so weiter.
Unsere "alte" Hundedame Bess, immerhin schon vierzehn Jahre alt, hatte seit einiger Zeit Muehe mit hinlegen und aufstehen und war auch sonst nicht mehr so mobil wie frueher. Der Tierarzt hat ihr dann Medis gegen Artrithis verschrieben, die wir nun seit einigen Wochen geben. Der Unterschied ist enorm, Bess ist wieder richtig aufgeblueht, sie rennt sogar mit wenn der Rest des Teams trainiert. Sie geniesst es auch, dass sie nun viel Zeit im Haus verbringen darf, vor allem wenn es kalt ist liegt sie tagsueber gern in der Waerme. Sie muss aber immer noch draussen uebernachten, wenigstens solange es nicht gar zu kalt wird.
Hier in High River weihnachtet es schon sehr, die Leute beleuchten ihre Haeuser, in zwei Wochen ist die Santa Claus Parade und am Sonntag in zwei Wochen machen wir uns wieder auf zu einer "Christmas Tree Hunt" mit dem Kinsmen Club. Wenn es Schnee haben sollte bis dann, nehmen wir wieder die Hunde und den Schlitten mit und machen fuer die Kids Hundeschlittenfahrten.

7. Oktober 2001
Es ist so viel passiert seit dem letzten Eintrag, dass ich gar nicht weiss wo ich anfangen soll. Am Freitag vor zwei Wochen habe ich ein Telephon Anruf von unserem Kollegen D'Arcy erhalten, ob ich fuer ein paar Cowboys, die zur Amerikanischen Grenze reiten und dabei Geld fuer unsere suedlichen Nachbarn sammeln wollten. Natuerlich sagte ich zu. Aus dem kleinen Unterfangen wurde dann ueber das Wochenende ein Medien Ereignis, mit beitraegen in allen Lokalsendern und als dann am Dienstag der Ritt "ALBERTA RIDES FOR AMERICA" noerdlich von High River startete, waren etwa 30 Reiter und eine alte Postkutsche dabei und natuerlich jene TV-Crews. Der Ritt dauerte knapp eine Woche und ueberall wo die Gruppe hinkam wurde sie mit offenen Armen empfangen. Kathrine und ich begleiteten die Reiter fuer die letzten zwei Tage (nein wir sind nicht geritten) und die symbolische Gelduebergabe an der amerikanischen Grenze war ein unvergessliches Erlebnis, wurden wir doch von etwa 100 Reitern empfangen. Anschliessend gab es dann noch ein gemeinsames Essen, dass die Blackfeet Nation organisiert hatte. Die Grenze war an diesem Nachmittag ziemlich 'nonexistent'. Wer mehr ueber die Aktion erfahren moechte kann auf der Web Site (leider in englisch) mehr lesen und es hat auch viele Bilder.
Wir haben bei dieser Gelegenheit einmal mehr
erfahren koennen, wie hilfsbereit die Leute hier sind und das Nachbarschaftshilfe auch grenzueberschreitend verstanden wird.


Mitte August habe ich ja aufghoert in Calgary zu arbeiten und arbeite seitdem von Zuhause aus. Am 13. September hat nun Intervisual den Konkurs anmelden muessen, und ich bin nun natuerlich doppelt froh, dass ich gekuendigt habe, weil fuer die letzten vier Wochen sind keine Loehne mehr bezahlt worden und ob es noch reicht, sie aus der Konkursmasse zu bezahlen ist fraglich.
Das Wetter hier ist immer noch zu warm und trocken, wir geniessen den wunderschoenen Herbst und die Waerme, normalerweise haben wir um diese Jahreszeit schon den ersten Schnee. Die Trockenheit macht aber immer mehr Leuten Sorgen und man fragt sich, wenn es wieder mal richtig regnet - oder schneit.
In naechster Zeit ist ebenfalls wieder einiges los, so wie es aussieht. Am Samstag sind wir mit der Gruppe "Alberta rides for America" vom Black Diamond Hotel zu einem Essen eingeladen, Am Samstag drauf ist in unserem Stamm Pub "Dudley's" (das ist uebrigens umgezogen, aber es ist immer noch das alte) Konzert angesagt. Und Am Ende des Monats nimmt unsere lokale Folk-Groesse Ian Tyson eine Live CD auf in der East Longview hall, ein Ereignis, dass man natuerlich nicht verpassen darf.

 

12. September 2001
Gestern hat sich die Welt veraendert ! Nach den unglaublichen Terroranschlaegen auf New York und Washington, wird es einige Zeit brauchen um zu sehen welche Konsequenzen diese Attentate auf das Leben hier in Nordamerika haben. Kanada wurde von den USA ja schon oefters vorgeworfen, zu wenig auf Sicherheit bedacht zu sein und einige terroristische Organisationen missbrauchen Kanada als Sprungbrett fuer Aktionen in Amerika. Dies wird sich in Zukunft sicher aendern, schon heute laufen in Kanada Diskussionen wie die Sicherheitsvorkehrungen in Flughaefen und am Zoll verstaerkt werden koennen. Was sich sonst noch alles aendert hier wird die Zukunft zeigen.
Vor beinahe zwei Wochen haben wir bei uns wieder Gaeste aus der Schweiz begruessen koennen. Rita und Stefan Dolder sind in Kanada eingewandert (wie wir vor zwei Jahren) und wohnten fuer etwa eine Woche hier, bis sie ein Auto gekauft haben. Unser Heim wird ihre Basis sein hier in Kanada, bis sie etwas eigenes fuer sich gefunden haben. Im Moment sind sie in British Columbia um sich einiges anzusehen, wo sie sich niederlassen koennen. Wir erwarten sie in einigen Wochen wieder zurueck und sind schon gespannt wie es ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist.
Wie einige sicher schon gemerkt haben, ist meine Intervisual E-mail Adresse nicht mehr aktiv. Das kommt daher, dass ich nicht mehr dort arbeite, ich habe den Schritt in die Selbstaendigkeit entgueltig gewagt, nachdem ich ja schon einige Monate nur noch drei Tage in Calgary arbeitete.
Nun kann ich mich voll um mein eigenes Web Design Business kuemmern. Natuerlich muss nun auch mehr Arbeit her als bis anhin, aber es wird schon klappen.
Der Sommer ist bei uns nun endgueltig vorbei und es ist in den letzten paar Tagen merklich kuehler geworden und am Morgen haben wir nun meistens Frost.
Auch von unseren Hunden gibt es Neuigkeiten - Vor etwa zwei Wochen auf einem Hike mit unseren Wuffs, scheuchte die nicht angeleinte Bess ein Stinktier auf und wurde prompt angespritzt, sie hat ziemlich gemueffelt und wir waren ziemlich ratlos, wie wir den Gestank am besten wieder aus ihrem Fell kriegen. Zum Glueck gibt es das Internet! - es brauchte etwa fuenf Minuten um ein Rezept gegen "Skunk smell" zu finden. Das Waesserchen wurde gemixt und Bess damit abgewaschen - und siehe da der Gestank war weg!
Unsere Hunde wurden den ganzen Sommer hindurch von vorwitzigen Elstern gehaenselt und geneckt, sie konnten es jeweils fast nicht begreifen, dass die bloeden Voegel immer ausser Reichweite blieben. Letzte Woche haben sie sich aber greaecht und haben mit vereinten Kraeften eine Elster erledigt. Bis ich eingreiffen konnte war es natuerlich um die Elster schon geschehen, aber irgendwie konnte ich nicht recht Mitleid mit ihr haben, sie ist schliesslich selber schuld.

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