Montag 19. Juni 2000

Diese Woche hatten wir unser einjähriges Jubiläum in Kanada. Schon ein Jahr sind wir hier und es kommt uns auf eine Art viel länger vor und trotzdem ist das Jahr recht schnell um gewesen. Natürlich wurde das Jubiläum auch zünftig gefeiert, wir haben am Smastag unsere kanadischen Freunde zu einer Grillparty eingeladen. Wir hatten sogar Glück mit dem Wetter obwohl sich der himmel gegen Abend recht verdüsterte und es merklich kühl wurde. Aber das kann rechte Kanadier nicht gross aus dem konzept bringen, man zieht sich halt etwas Wäemeres über und geniesst den Abend so oder so. ich glaube es hatten Alle einen 'glatten' Abend und es wurde reichlich spät, bis sich die letzten Gäste verabschiedeten.
Am Sonntag ging es dann wieder ins K-Country, diesmal mit der Familie Frey, weil Lincoln den Drang verspürte wieder einmal zu fischen und seine neuen 'waders' (etwas ähnliches wie Fischerstiefel) einzuweihen. Um zu seinem Angelplatz zu kommen war ein stündiger Fussmarsch durch die Pampa nötig, mit durchwaten eines Creeks. weil aber im Moment Schneeschmelze ist und es in den letzten Tagen auch noch geregnet hat, war der Creek mehr ein River und die Durchquerung ein ziemlich feuchtes Unterfangen. Und das bei ca. 13 Grad und windigem Wetter.Auf dem Rückweg hat dann das Schicksal bei Kathrine noch voll zugeschlagen, und trotz Hose ausziehen und um den Hals hängen, war sie am Schluss von oben bis unten nass, weil sie auf den glitschigen Steinen ausrutschte und von der Stömung davon gespült wurde. Wir konnten sie aber noch vor dem Wasserfall herausfischen, so dass ausser nassen Kleidern keine Verluste zu verzeichnen waren.

Montag 12. Juni 2000

Bei uns ist nicht viel gelaufen in der letzten Woche, es hat viel geregnet (für hiesige Verhältnisse). Am Donnerstag als wir mit den Hunden noch einen Abend "Spaziergang" machten, sahen wir ein Gewitter in der Ferne und dachten nicht, dass es in unsere Richtung ziehen würde. Anfänglich war es interessant den fernen Blitzen zuzschauen, aber das Gewitter kam immer näher und in der offenen Prärie ist man ziemlich ungeschützt und so wurden unsere Schritte immer länger, je lauter der Donner wurde und je näher die Blitze kamen, zum Schluss legten wir noch einen Spurt hin um vor dem Regen zum Auto zu kommen. Kaum im Auto war das Gewitter auch schon richtig über uns und es goss wie aus Kübeln. Nach einigen Minuten war dann der ganze Spuk vorbei.
Am Samstag waren wir mit der Company in der ich arbeite in Cochrane auf eine Runde Paintball. Ich will nicht näher darauf eingehen, wer sich interessiert kann auf der Website nachsehen um was es geht. Paintball wird sicher nicht mein beliebtester Zeitvertreib.

Dienstag 6. Juni 2000

Bald sind wir ein Jahr hier in Kanada, uns kommt es gar nicht so vor und doch können wir uns kaum mehr vorstellen, dass wir einmal woanders gelebt haben. Natürlich steigt zu unerem ersten Jahrestag ein Fest und die Vorbereitungen dafür sind schon in vollem Gange.Hoffentlich spielt dann das Wetter auch mit, weil wir natürlich eine BBQ-Party geplant haben.
Am Samstag war im Cafe Tafel das Konzert von Crystal Plamondon und es war wirklich Spitze !!! Es war eine Bombenstimmung und auch die Musiker haben richtig Spass gehabt, zum Schluss hat dann auch Lincoln mit seinem Saxophon noch mitgemacht, und da hat es das Publikum richtig von den Sesseln gerissen.

Am Sonntag statteten wir dann dem Dinosaurier Museum in Drumheller einen Besuch ab. Es war recht eindrücklich und auch die Gegend bei Drumheller, die sogenannten Badlands, ist sehenswert, es ist eine Mischung aus Grand Canyon und Mondlandschaft und man hat in dieser Gegend einige Dinosaurier Skelette gefunden und findet auch heute noch welche.

Montag 29. Mai 2000

High River ist nicht mehr das, was es vor einigen Tagen noch war, wurde doch in der Nacht vom Freitag auf den Samstag im Cafe Tafel eingebrochen ! Gestohlen wurde zwar nicht allzuviel, etwas Bargeld und einige Flaschen Wein, aber dafür wurde das halbe Restaurant mit Schokoladensirup und Milch begossen. So kam Kathrine zu einem unerwarteten Arbeitseinsatz am Samstagmorgen, und half mit die Sauerei aufzuräumen. Es war für die ganze Stadt ziemlich schockierend, dass so etwas in High River passiert ist und natürlich war die Polizei und die Zeitung am "Tatort". Aber es hätte auch viel schlimmer ausgehen können, wenigstens wurden keine Möbel, Gläser oder Maschinen zerstört und das Cafe konnte am Samstagabend wieder geöffnet werden.
Am Sonntag waren wir dann wieder mal im Kananaskis Country (wo sonst) und haben unseren ersten Grizzly Bären gesehen, er war (zum Glück) einige hundert Meter entfernt, im Fühling sind die Bären ziemlich hungrig und ich möchte keinen aus der Nähe sehen um diese Jahreszeit.

Am letzten Mittwoch war ich als Gast beim Kinsmen Club eingeladen, sie suchen zur Zeit neue Mitglieder und ich fühlte mich natürlich geehrt, dass ich eingeladen wurde, nach einer Probezeit wird dann entschieden, ob der Club mich als Mitglied aufnehmen will oder nicht. Die Kinsmen sind etwas ähnliches wie z.B. die Rotarier und der Hauptzweck des Clubs ist für gemeinnützige Zwecke Geld aufzutreiben.

Dienstag 23. Mai 2000

Dieses Wochenende war das erste lange Wochenende in Kanada, am Montag war Victoria Day und wir hatten frei. Die Parade in High River war recht eindrücklich für eine so kleine Ortschaft. Sie dauerte etwa eine Stunde und von Mounties und Indianern, zu Traktoren und Marching Bands war allerhand zu sehen. Natürlich fehlten auch die alten und neuen Feuerwehrautos nicht, die hier einfach zu einer Parade gehören und sogar die offizielle Calgary Stampede Showband war mit dabei.
Kathrine musste ja im Cafe Tafel arbeiten und sie hatte es recht streng, am Morgen mit Kaffee und Cinnamon-buns und Gipfeli und nach der Parade waren dann Spiesse und Würste vom Grill auf dem Menu. Das neue Patio ist bei den Paradebesuchern gut angekommen und viele lobende Kommentare waren zu hören.
Am Samstag habe ich im Gästezimmer angefangen die Spuren der ehemaligen Wand zu beseitigen, damit wir im Juli dann auch parat sind für die ersten Gäste.
Den Sonntag verbrachten wir mit unseren Hunden wieder mal im Kananaskis Country, bei windigem und nicht allzu warmen Wetter.

Dienstag 16. Mai 2000

Heute sind wir genau seit elf Monaten hier in Kanada, uns kommt es aber so vor als wären wir schon viel länger hier! Am Wochenende haben wir geholfen für das Cafe Tafel ein Patio (Gartenwirtschaft) zu bauen, das war ganz schön anstrengend und am Sonntag zudem auch ziemlich warm. Wir Männer haben zu dritt an diesen zwei Tagen so gegen 2000 Schrauben versenkt. Am nächsten Sonntag ist hier in High River eine Parade und bei dieser Gelegenheit wird dann das Patio offiziell eröffnet. Für Kathrine bedeutet das, dass sie an schönen Tagen mehr arbeiten muss.
Gestern waren wir wieder einmal an einem Konzert in Calgary, in einem kleinen Musikrestaurant Karma. Die Sängerin hiess Crystal Plamondon und sie kommt aus einer kleinen Ortschaft im Norden von Alberta die ebenfalls Plamondon heisst. Das kommt daher, weil ihre Grosseltern diese Ortschaft gegründet haben. Das Konzert war gut, auch wenn nicht allzu viele Leute da waren, Montag ist halt kein richtiger Ausgehtag. Dafür hat Lincoln die Band für einen Auftritt im Cafe Tafel engagieren können (wenn Alles klappt).

Montag 8. Mai 2000

Auch diese Woche ist bei uns nicht viel aussergewöhnliches passiert. Einzig der Sonntag ist erwähnenswert, bei schönstem Frühlingswetter machten wir uns am Morgen auf in die Rockies, wanderten mit unseren Wuffs in die Pampa und gerade als wir es uns so richtig gemütlich gemacht hatten, fing es an zu schneien. Das beeindruckte uns aber nicht übermässig und wir genossen den Ausflug trotzdem. Dafür wurden wir auch noch mit einer Begegnung mit einem Elch belohnt, den wir aus etwa 50 Meter Entfernung beobachten konnten. Ausserdem hat Kathrine noch ein kleines Hirschgeweih gefunden.
Am Abend kamen dann noch Ken und Kathy, Licoln und Lynda mit den Kids zum Essen zu uns. Und wie immer wurde es ein gemütlicher und lustiger Abend (Fotos folgen).

Dienstag 2. Mai 2000

Diese Woche war bei uns nicht viel los. Es ist inzwischen richtig Frühling geworden und wir könnten etwas Regen gebrauchen, schon sind die ersten Waldbrände ausgebrochen und die Feuerwachtürme mussten einen Monat früher als normal bemannt werden.
Am Samstag haben Lincoln und ich von einem Kollegen einen Truck ausgelehnt und haben die Überreste der Wand und anderen Gerümpel auf den Dump (Müllhalde) gebracht, man kann sich fast nicht vorstellen, dass man hier den Kehricht noch einfach in die Landschaft kippt und dann zubaggert!
Am Abend war wieder mal ein Konzert in unserem Stamm Pub angesagt, unnötig zu sagen, dass es wieder mal eher spät wurde, ist aber auch ein Mist, dass es keine Polizeistunde gibt, so bleibt man einfach sitzen solange man Spass hat.
Am Sonntag waren wir dann noch mit den Jungs in den Bergen, weil es aber so gegen 20Grad war, waren Alle eher müde (kann ja kaum wegen der Nacht zuvor gewesen sein).


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